Bildergalerien
Ein paar Bilder sollen an unsere Veranstaltungen erinnern und zeigen, wie und wo die Bürgervereinigung aktiv ist.
Tour durch den Brufertwald mit Forstamtschef Koch / Folgen des Hochwasserschutzes erörtert
U?ber 28 Hektar Wald werden im Rastatter Bereich den geplanten Maßnahmen der nächsten Jahre zum Opfer fallen, stellte Forstamtschef Martin Koch bei einem Rundgang durch den Brufertwald fest. Die Bürgervereinigung Rheinau hatte zu der Waldbegehung eingeladen, Roland Walter konnte dazu zwei Dutzend Interessenten begrüßen. In punkto Waldverlust ging es im speziellen um jene 3,7 Hektar, welche dem Hochwasserschutz im Bereich Rastatt zum Opfer fallen, wovon 1,7 Hektar im Gelände ausgeglichen werden können, zwei Hektar Eichenbestände werden im Bereich des ehemaligen Kieswerkes Peter in Plittersdorf wieder aufgeforstet. Nachdem in den Neunziger Jahren drei Jahrhunderthochwasser durch die Rheinebene rauschten und auch die Murg mehrfach „angesprungen“ war, geisterte seit 1994 die Machbarkeit von Schutzmaßnahmen durch die Ämter, die jetzt in die Realisierungsphase einmündeten. „Der Deich auf dem wir hier stehen, wird es nach dem Umbau nicht mehr geben“, erläuterte Koch auf dem Murgdamm unterhalb der Adenauer Brücke. Die Planungen sind deshalb so konkret, weil EU-Gelder fließen und die müssen bis 2014 abgerechnet sein. In der „Kleinen Brufert“ gibt es 14 verschiedene Laubholzarten, von denen einige nach der Realisierung der Hochwasserschutzmaßnahme verschwinden werden. Beispielsweise rechnet Koch damit, das Kirschen, Ahorne und Buchen „es absolut schwer haben zu bestehen“. Zwar soll vorerst noch die Natur bestimmend sein, aber eine entsprechende Vorsorge müsse trotzdem getroffen werden, war sich Koch über den Wandel bewußt. Insgesamt wird das Gebiet seine Ansicht verändern, wenn die Brufert weiträumig entlang des Weges am Rande der Feldflur durch einen mächtigen Deich abgeschottet wird. Als „blanke Katatstrophe“ für den Wald bezeichnete er die momentane Trockenheit, die schon seit Mitte März sowohl Landwirten wie Forstexperten zu schaffen macht. Anhand einer rund 160 Jahre alten abgestorbenen Eiche machte der Förster deutlich, in was für langen Zeiträumen im Wald gerechnet wird. Bliebe der Torso als Heimsta?tte des seltenen „Heldbockes“ noch ein Jahrzehnt stehen und würde dann umfallen, würde es noch einmal ein Vierteljahrhundert dauern, bis die Eiche restlos vermodert ist. In der Zwischenzeit würde die Larve des Käfers die Spechte anlocken und zusammen mit all den vielen Kleintieren für immer neue Lebensräume sorgen, die insgesamt den Kreislauf im Wald bestimmen. Im weiteren Verlauf gab Martin Koch noch Einblicke in naturverjüngte Bestände, in denen zwar keine Aufforstungsarbeiten anfielen dafür aber mehr Pflege notwendig wird sowie in so genannte Altholzinseln, in denen die Eichen die besten Überlebenschancen haben. Beim Blick in die Kronen zeigte er die bedrohlichen Veränderungen durch die Eschenkrankheit. Auf entsprechende Nachfragen sah Koch keine langfristigen Gefahren für den Wildbestand. Die Tiere würden wahrscheinlich durch den Baulärm etwas vergrämt, würden sich hernach aber schnell wieder ansiedeln. Insgesamt soll aber das gesamte Gelände der Kleinen Brufert einen Naherholungscharakter erhalten, der durch das Anlegen eines Themenpfades mit acht Stationen viel Hintergrundwissen vermitteln soll. Genau diese etwas über drei Kilometer weite Runde ging der Förster mit seinen Gästen, um ihnen auch noch aufzuzeigen, wo die Wege abgeflacht werden müssen, um die tiefer liegenden Schluten zu verbinden.
